Wir verdanken Gibbon vieles: Die Ansicht, dass das Christentum zum Fall des Römischen Reiches beitrug, stammt von ihm.
Ich weiß nun nicht, was genau du mit dieser Zeile sagen willst, wörtlich genommen scheint sie falsch: Gibbon war beileibe nicht der erste, der dem Christentum die Schuld am Untergang des Römischen Reiches zuschrieb - im Gegenteil: Sogar bevor unter Constantin das Christentum zur Staatsreligion wurde, hat man diesem (etwa bei Porphyrius) die Schuld für Verfallserscheinungen zugeschrieben, später wurde das - besonders unter heidnischen Autoren - zum allgemein gebräuchlichen Topos (Symmachus, bis Zosimus um 500 n. Chr., später selten, da die meisten Geschichtsschreiber Christen waren und sich als eine Art Fortsetzung des röm. Reiches verstand). Schuld war die Abkehr von der ursprünglichen Religion, weshalb Jupiter seine schützende Hand vom Imperium abgezogen habe. Das Dekadenzmodell, der Sittenverfall wurden häufig in eins mit der Abkehr von der ursprünglichen Religion genommen, etwas, das natürlich auch heute mutatis mutandis zu beobachten ist (und immer war).
Indirekt können aber sogar Kirchenväter wie Augustinus als Gewähr dafür verwendet werden, dass diese Anschuldigung sehr oft erhoben wurde, da sich diese gegen genau diese Anschuldigung verteidigen. Ich seh schon, es wird Zeit für den Gottesstaat

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lg
orzifar