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Autor Thema: Michael Haneke: Das weiße Band  (Gelesen 902 mal)
wanderer
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Beiträge: 26


« am: 06. November 2009, 16.52 Uhr »

Hallo Zusammen!

"Das weiße Band"“hat mich sehr interessiert und sehr betroffen. Meine Frage ist: Die Spannung, die man fast berühren kann, die Kälte des menschlichen Verhältnisses, die mündliche und geistliche Gewalt die absichtlich angewandt werden, klingen euch realistisch oder hat der Regisseur übertrieben? Ich möchte gern eure Meinung über den Film kennen.

Viele Grüße
antares
« Letzte Änderung: 09. November 2009, 00.48 Uhr von antares » Gespeichert
orzifar
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« Antworten #1 am: 12. November 2009, 01.11 Uhr »

Hallo!

Offenbar bin ich nicht der einzige, der diesen Film nicht gesehen hat (wie ich überhaupt kein großer Filmfan bin). Kann daher nichts dazu sagen. Die Besprechungen waren ja durchaus euphorisch.

lg

orzifar
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wanderer
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Beiträge: 26


« Antworten #2 am: 12. November 2009, 02.37 Uhr »

Hallo Orzifar,

danke für deine Antwort. Ich bin auch kein großer Filmfan. Der Film „Das weiße Band“ hat auf mich mit seinem Untertitel „Eine deutsche Kindergeschichte“ und seiner fotografischen Darstellung in Schwarz-Weiß, die mir dann wirklich sehr gefallen hat, sofort interessant und attraktiv gewirkt.
 
Es geht um die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Der Lehrer eines Dorfes in Norddeutschland erzählt ruhig die besonderen Ereignisse, die das Leben in Dorf erschüttern, und er gibt uns ein Bild der damaligen Gesellschaft.  Ich hätte mir solche kälte, trostlose und subtil gewalttätige Beziehungen zwischen Paar, Eltern und Kinder nicht vorstellen konnte, und kann nicht mir erklären, ob dies wirklich wahrscheinlich war oder eine ideologische Stellungnahme des Regisseurs darstellt. Aus diesem Grund habe ich nach Eurer Einschätzung gefragt.
Den Film kann ich sicher empfehlen.

LG
antares
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dora
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Beiträge: 60


« Antworten #3 am: 21. November 2009, 01.41 Uhr »

Hallo !

Das weiße Band habe ich vor ein paar Tagen gesehen und meine Gefühle sind etwas gemischt. Ein höchst genialer Film, die vortreffliche schauspielerische Leistung der Kinder sowie die eindrucksvolle Kameraführung haben es mir angetan. In einen so ruhigen Film, diesen Maß an Spannung aufzubauen und dies die ganzen 144 Minuten durchzuhalten –ein Bravourstück. Und trotzdem… das Ende hat mich sehr geärgert. Nicht wegen dem offenen Ende im Allgemeinen – hier in diesem Film hat es für mich nicht gestimmt. Haneke handelt wie seine Protagonisten, er kehrt die Wahrheit unter den Teppich und das hat mich schon irritiert. Im Nachhinein fand ich auch verschiedene Besetzungen zu klischeehaft: der schielende Bauer, der pädophile Arzt. Vor allem beim Letzteren fand ich die Szene mit der Tochter überflüssig. Verstand Haneke es sonst mit Andeutungen zu arbeiten, fiel er hier nicht nur mit der Tür, sondern mit der Pforte ins Haus. Das war irgendwie eine Überdosis Moralin.
Ob der Regisseur übertrieben hat? Ich denke nicht. Die „Grausamkeit der Kinder“ ist weder neu noch wirklichkeitsfremd, meine ich.
Auf jeden Fall, trotz einiger Schwachpunkte, ein absolut sehenswerter Film,

meint Dora, der sogar ein paar Tränchen gekullert sind wegen Gustl Wink
« Letzte Änderung: 21. November 2009, 01.46 Uhr von dora » Gespeichert

La chair est triste, hélas! et j'ai lu tous les livres - Stéphane Mallarmé
wanderer
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« Antworten #4 am: 23. November 2009, 13.51 Uhr »

Hallo Dora,

danke für deine Meinung. Ich stimme Dir völlig zu.

Ob der Regisseur übertrieben hat? Ich denke nicht. Die „Grausamkeit der Kinder“ ist weder neu noch wirklichkeitsfremd, meine ich.

Über die „Grausamkeit der Kinder“ habe ich mich nicht bewundert; merkwürdigerweise dachte ich, dass die Beziehungen zwischen Paar, Eltern und Kinder zu kühl und zu gewalttätig dargestellt worden waren. Aber wenn ich jetzt darüber denke ... ja, die Menschen können so grausam sein und noch mehr in nahe Beziehungen.

mfg
antares
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