Autor Thema: Besser leben mit Platon  (Gelesen 2304 mal)

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 4 426
Besser leben mit Platon
« am: 20. Mai 2012, 16.37 Uhr »
Unter diesem Titel veröffentlich die NZZ-on-line Nina Streecks Gedanken zu Platon und Sokrates:

http://www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/wissenschaft/besser-leben-mit-platon_1.16961093.html

Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline Anita

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 239
    • Literaturblog
Re: Besser leben mit Platon
« Antwort #1 am: 20. Mai 2012, 16.54 Uhr »
Noch glücklicher wird man, wenn man es nicht nur für sich alleine betreibt, sondern mit anderen teilt  :)
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.  Nietzsche in "Also sprach Zarathustra"

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 4 426
Re: Besser leben mit Platon
« Antwort #2 am: 20. Mai 2012, 17.30 Uhr »
Ist das nun gegen die sog. Platonische Liebe gerichtet, oder gar gegen Onanie?  ;D
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline mombour

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 593
    • Martin Stauder  Prosa & Lyrik
Re: Besser leben mit Platon
« Antwort #3 am: 20. Mai 2012, 23.11 Uhr »
Hallo,

Platon hat viel schönes geschrieben, ja. Auch über den Eros. Philosophie hilft zu einem glücklichen leben, meint Platon. Wenn wir das auf das heutige Leben beziehen und sehen, dass Philosophie aus Lesen und evtl. noch Nachdenken besteht, möchte ich PLaton wiedersprechen. Das Glück des Menschen hängt nicht vom Bücher lesen ab. Ein Buch zu lesen kann jemanden bestimmte intelletuelle Freuden bescheren, aber es wäre einfach überzogen, wenn man sagen würde, dass mache wirklich glücklich. Allerdings gehe ich davon aus, das Platon nicht die philosophische Lektüre meint, sondern eine philosophische Lebenspraxis.

In dem Artikel wird ein Satz Platons zitiert:

«Schämst du dich nicht, dass du dich zwar darum bemühst, wie du zu möglichst viel Geld, zu Ansehen und Ehre kommst, du dich aber nicht um die Vernunft und die Wahrheit sorgst noch darum kümmerst, dass deine Seele möglichst gut werde?"

Das Bemühen um viel Geld, Ansehen und Ehre

Das Bemühen um möglichst viel Geld ist die Grundlage kapitalistischer Großkonzerne und Banken, die nur auf noch mehr Milliarden aus sind der Menschheit aber nicht zum Wohle dienen, genauer sie Menschen damit umbringen (z.B. Nahrungsmittelspekulation, Fonds mit denen die Rüstungsindustrie unterstützt wird, Patente auf Saatgut und Medikamente usw.). Religionen werden von mancher Seite aus der Lächerlichkeit preisgegeben, aber Buddha nannte die Gier als eine der Ursachen für das Leiden.

Ansehen und Ehre. Dieses unbedingt erreichen zu wollen, setzt ein aufgeplustertes Ego voraus, welches sicher nicht von Platon angestrebt worden ist. Wir erleben unser ICH nur, weil unser Gehirn ein Ich produziert. Das ist alles. Platon fand solch eine Egoblähung, wenn ich das Zitat so interpretieren will, ziemlich nutzlos. Im Zuge von Anitas Idee des Teilens, komme ich auf die Idee, wenn also das Ego so nebensächlich wird, dass ich nicht immer nur an mich denken muss, dann kümmere ich mich eben auch mehr um andere, d.h. um die Gemeinschaft in der ich lebe, Freunde usw.

Ich behaupte: Bücher lesen macht keine bessere Menschen, sondern nur eine Praxis, die den Geist schult. Platon meinte warscheinlich auch eine Geistesschulung, eine bes. Lebenspraxis (keine Religion), die er dann Philosophie nannte, die glücklich macht.

Liebe Grüße
mombour
Thomas Hardy: Herzen in Aufruhr
Fernando Pessoa: Buch der Unruhe